Morbus Menière

Die Meniere’sche Krankheit ist charakterisiert durch wiederkehrende Drehschwindelanfälle, Druckgefühl auf dem betroffenen Ohr, Ohrgeräusche und eine Innenohrschwerhörigkeit, die vor allem die tiefen Töne betrifft. Die Anfälle dauern in der Regel zwischen 20 Minuten und 4 Stunden. Das Hören verschlechtert sich typischerweise während des Anfalls. Anfangs erholt sich das Hören zwischen den Anfällen, im Verlauf der Erkrankung kann sich ein bleibender Hörverlust entwickeln. Die Krankheit verläuft von Person zu Person sehr unterschiedlich. Es wird angenommen, dass ein erhöhter Druck der Innenohrflüssigkeiten die Schwindelanfälle auslöst. Dabei ist bis heute unklar, was die Ursache für den Druckanstieg im Innenohr ist. In 15% der Fälle sind beide Ohren betroffen. Der Krankheitsbeginn liegt zwischen dem 20. Und 50. Lebensjahr; Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen. Die Krankheit manifestiert sich von Fall zu Fall sehr unterschiedlich, daher muss die Behandlungsstrategie individuell festgelegt werden.

Die Behandlung besteht zum einen in einer medikamentösen Kontrolle der Schwindelsymptome im Anfall, um die Gleichgewichtsstörungen und die begleitende Übelkeit mit oder ohne Erbrechen zu unterdrücken. Zum anderen gibt es verschiedene medikamentöse und chirurgische Behandlungsansätze, um die Anfälle zu verhindern oder zumindest die Anfallshäufigkeit zu senken: entwässernde Tabletten oder Infusionen sowie die Gabe von Lidocain (Labyrinthanästhesie), Cortison oder Gentamicin (Labyrinthausschaltung) ins Mittelohr. Weiter besteht die Möglichkeit der Saccusdekompression oder -drainage (einer chirurgischen Druckentlastung des Innenohrs) oder einer chirurgischen Durchtrennung des Gleichgewichtsnerven.

Die Behandlung muss individuell abgestimmt werden und hängt von der Ausprägung des Hörverlustes sowie der Intensität und Häufigkeit des Schwindels ab.

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