Cholesteatom

Knochenkaries, Perlgeschwulst, chronische Knocheneiterung des Ohres, Otitis media epitympanalis

Das Cholesteatom ist eine Sonderform der chronischen Entzündung des Mittelohres. Beim Cholesteatom kommt es zu permanentem oder wieder kehrendem, übel riechendem Ausfluss aus dem Ohr; die Gehörknöchelchen aber auch der übrige Knochen des Ohres werden langsam zerstört. Betroffene bemerken neben der Absonderung aus dem Ohr meistens eine Hörverschlechterung. Schmerzen sind eher selten. Häufig wird die Diagnose erst durch das Eintreten von Komplikationen gestellt, z.B. durch eine Gesichtsnervenlähmung, Schwindel, Ertaubung oder eine Hirn-, oder Hirnhautentzüdnung.

Beim Cholesteatom wächst Haut in die Schleimhaut tragenden, knöchern begrenzten Mittelohrräume. Die Hautschuppen sammeln sich in den Mittelohrräumen. Dadurch kommt es zu einer begleitenden Entzündung des angrenzenden Knochens und zum Knochenabbau. Da der Knochen Richtung Gehirn (Schädelbasis), die knöcherne Begrenzung der Hörschnecke und des Gleichgewichtorgans, sowie der Knochenkanal des Gesichtsnerven angefressen werden können, sich im Verlauf der Erkrankung Komplikationen wie z.B: ein Hirnabzsess, eine Gesichtsnervenlähmung, Gleichgewichtsausfall mit starkem Schwindel oder eine Ertaubung des Ohres entwickeln.

Die Behandlung besteht in einer Operation, bei der die Haut und die angesammelten Hautschüppchen mit der begleitenden Entzündung entfernt werden. Ziel der Operation ist die vollständige Entfernung des Cholesteatoms und die Beherrschung der Entzündung, damit keine Komplikationen eintreten. Zweites Ziel des operativen Eingriffs ist die Wiederherstellung der Hörfähigkeit durch Rekonstruktion der Gehörknöchelchenkette.

Liegt das Cholesteatom an kritischen Stellen, z.B. am Gesichtsnerven oder der Hörschnecke, kann das Cholesteatom nicht mit einem Sicherheitsabstand entfernt werden. Dann ist es notwendig nach 12-18 Monaten eine zweite Operation, sogenannte Second-look-Operation, durchzuführen. Beim Ersteingriff nicht sichtbares, zurückgelassenes Cholesteatom, bildet innerhalb von 12-18 Monaten sogenannte Cholesteatomperlen, die sich bei dem Zweiteingriff relativ leicht entfernen lassen. So erhöht sich die Sicherheit für den Betroffenen, dass letztlich das gesamte Cholesteatom entfernt ist.

 

Cholesteatom
Cholesteatom an typischer Stelle am oberen Abschnitt des Trommelfells (Pars flaccida Cholesteatom, Otitis media epitympanalis)
feuchtes Ohr
Schemazeichnung des Cholesteatoms: im Schema ist die Ausbreitung des Cholesteatoms ausgehend vom typischen Ort am oberen Rand des Trommelfells auf die Gehörknöchelchenkette gut zu erkennen.
Serotympanon
Knochenabbau mit Bildung einer Spontanhöhle bei lange bestehendem Cholesteatom.
Cholesteatom
Typisches Bild eines angeborenen Cholesteatom beim Kind hinter einem normalen, intakten Trommelfell.
Cholesteatom
Endoskopische Second look Ohroperation mit Cholesteatomperle am Hammergriff.

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